Weltuntergangsuhr weiterhin bei 100 Sekunden vor Zwölf

27. Januar 2021

Karl-Heinz Brunner, abrüstungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Obmann im Unterausschuss Abrüstung, erklärt, dass die symbolische Weltuntergangsuhr des Bulletin of the Atomic Scientists heute nicht auf eine andere Uhrzeit umgestellt wurde. Grund dafür sei kein Stillstand bei den Bemühungen um nukleare Abrüstung, sondern eine Reihe positiver und negativer Ereignisse, welche sich gegenseitig ausgeglichen hätten.

Nach Ansicht der Expert*innen des renommierten Bulletin of the Atomic Scientists ist die Gefahr einer globalen Katastrophe, insbesondere eines Atomkriegs, weiterhin so hoch wie nie zuvor. Jährlich gibt diese internationale Fachvereinigung eine Einschätzung der Weltlage ab, indem die symbolische Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) vor- oder zurückgestellt bzw. bei der gleichen „Uhrzeit“ belassen wird. Dabei fließen Größen wie der Klimawandel oder die Corona-Pandemie ein, jedoch vornehmlich auch der Stand nuklearer Rüstung und Abrüstung. Karl-Heinz Brunner, abrüstungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, macht deutlich: „Mit dem Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrages am 22. Januar 2021 und der gestrigen zwischen Russland und den USA vereinbarten Verlängerung des New-START-Vertrages, gab es gerade erst zwei unglaublich positive Impulse. Ohne sie hätte es womöglich ein schlimmeres Ergebnis gegeben. Wir müssen dringend mehr für nukleare Abrüstung tun. Für Deutschland heißt das: Als Beobachter bei den Vertragsstaatenkonferenzen des Atomwaffenverbotsvertrages teilnehmen.“ Momentan ist es 100 Sekunden vor Zwölf. Die Uhr wurde im Jahre 1947 bei sieben Minuten vor Zwölf ins Leben gerufen, seither schwankte die Uhrzeit. Seit dem Ende des Kalten Krieges wird die Lage jedoch zunehmend schlechter eingeschätzt, was sich in einer knapper werdenden Zeit widerspiegelt. Eine Ausnahme bildete lediglich 2010, wo der New-START-Vertrag unterzeichnet und die Uhr zurückgestellt wurde. „Ich begrüße es daher sehr, dass die Präsidenten Putin und Biden sich verständigt haben, dieses bahnbrechende Vertragswerk um fünf Jahre zu verlängern. Es ist ein wesentlicher Teil der nuklearen Sicherheitsarchitektur, welcher unter der Präsidentschaft von Donald Trump zusehends in Gefahr geriet“, so Brunner. „Auf Basis solcher Fortschritte sollte Deutschland aktiv und mutig für nukleare Abrüstung einstehen. Als Beobachter beim Atomwaffenverbotsvertrag, bei der Vermittlung im Iran oder auch zwischen den Großmächten und im Gespräch mit unseren Verbündeten innerhalb der NATO. Zu tun gibt es wahrlich genug.“

Link zur Weltuntergangsuhr

PM Brunner - Umstellung Weltuntergangsuhr (PDF, 69 kB)

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