Mehr Fachkräfte für die Region Günzburg - Nüßlein und Brunner im Dialog mit der Arbeitsagentur

MdB Nüßlein, GF Möritz, MdB Brunner
Agentur für Arbeit Günzburg

10. Februar 2020

Auch Unternehmen in der Region Günzburg sind von den Herausforderungen der Digitalisierung und des Fachkräftemangels betroffen. Wie anderswo auch leben im Landkreis Günzburg Menschen, die als „schwer vermittelbar“ gelten und faktisch keine Chance haben, in den Arbeitsmarkt zu kommen. Um herauszufinden, wie die Politik konkret bei der Bewältigung dieser Aufgaben unterstützen kann, haben sich die örtlichen Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein (CSU) und Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD) mit Werner Möritz, dem operativen Geschäftsführer der Bundesagentur für Arbeit in Günzburg, getroffen. Als nächsten Schritt beabsichtigen die beiden Abgeordneten nun ein Gespräch mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, um ihm die Erkenntnisse aus diesem Gespräch vorzutragen und entsprechende parlamentarische Initiativen zu starten.

Um Langzeitarbeitslosen, die aufgrund einer schweren Lebensbiographie oder wegen anderer sozialpsychologischer Probleme nicht in Lohn und Brot kommen, doch noch zu einer Ausbildung oder zu einem festen Arbeitsplatz zu verhelfen, wollen die Abgeordneten die Berufsbildungswerke stärker einbeziehen. Bislang dürfen sich diese aus sozialrechtlichen Gründen nur um Lernbehinderte kümmern. „Warum sollten wir nicht das erstklassige Potential und die top Ausstattung nutzen, das die Berufsbildungswerke schon haben? Die hochmotivierten, bestens geschulten Pädagogen dort können nicht nur Lernbehinderte ausbilden, sondern auch schwer vermittelbaren Menschen den Sprung in die Arbeitswelt schaffen und ihnen so wieder eine echte Lebensperspektive geben. Davon bin ich überzeugt“, so der CSU-Politiker Nüßlein. Daneben sprachen Nüßlein, Brunner und Möritz auch über die Herausforderung Fachkräftemangel. Wie Geschäftsführer Möritz erläuterte, wirke die Bundesagentur für Arbeit diesem durch selbstinitiiertes Fachkräfteanwerben in der europäischen Union zum Beispiel für die Pflege-und Handwerksbranche entgegen. Abhilfe erhoffen sich Nüßlein und Brunner durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das zum 1. März in Kraft tritt. Aktuell zögen sich die Visaverfahren aber oft in die Länge, da für die Bearbeitung in den deutschen Botschaften nicht genügend Personal zur Verfügung stehe. Um Verfahrenszeiten zu verkürzen, müssten die Kapazitäten in den Botschaften aufgestockt werden. Dazu wollen sich die Abgeordneten direkt mit dem Auswärtigen Amt kurzschließen.

Auch das Thema der wirtschaftlichen und sozialen Integration von Migrantinnen und Migranten sprachen die Bundestagsabgeordneten an. Geschäftsführer Möritz lobte den Gesetzgeber für das neue Migrationspaket. Es erleichtere die Arbeit durch eine klare Rollenverteilung zwischen Ausländerbehörde und Bundesagentur. Außerdem erlaube es eine vielseitigere Förderung von Migrantinnen und Migranten, um sie in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Nachholbedarf bestehe allerdings noch bei der Förderung von Geflüchteten mit Lernschwierigkeiten, insbesondere bei der außerbetrieblichen Ausbildung. Hier sehen Brunner und Nüßlein noch Handlungsbedarf. Schließlich könnten auch psychische Belastungen, wie sie Asylsuchende zum Beispiel auf der Flucht oder im Krieg erleben, zu Lerndefiziten führen. Die Außerbetriebliche Ausbildung würde hier helfen und bewirken, dass auch solche Migrantinnen und Migranten eine Arbeit finden und sich in die Gesellschaft integrieren können. Bei allen Möglichkeiten, die man Zuwanderern eröffnen wolle, geht es Nüßlein darum, „keine Sogwirkung zu verursachen“, wie der Abgeordnete ergänzt. Problematische Zuwanderung ohne gute Perspektiven am Arbeitsmarkt müsse streng begrenzt werden, so der CSU-Politiker. Beide Abgeordneten wollen nun gemeinsam das Gespräch mit Bundesarbeitsminister Heil suchen, um eine Lösung bei der Außerbetrieblichen Ausbildung von Migrantinnen und Migranten zu finden.

PM Brunner Nüßlein im Dialog mit Agentur für Arbeit (PDF, 124 kB)

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