Karl-Heinz Brunner zum Afghanistan-Abzug: „Wir haben versagt.“

16. August 2021

Am vergangenen Sonntag hatten die Taliban neben großer Teile Afghanistans auch die Hauptstadt Kabul eingenommen. Damit hat die radikalislamische Organisation die Kontrolle über das ganze Land übernommen.

SPD-Verteidigungspolitiker und Mitglied im Deutschen Bundestag Karl-Heinz Brunner zeigte sich entsetzt von den Ereignissen: „Die Bilder von verzweifelten Fluchtversuchen am Flughafen Kabul tun mir im Herzen weh. Das lässt sich nicht schönreden – wir haben versagt.“

Der Deutsche Bundestag beruft für Mittwoch eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses ein, um die Situation in Afghanistan zu beraten. Brunner zeigte sich vorab wenig hoffnungsvoll: „Im Ausschuss wurde uns immer wieder versichert, dass die Situation in Afghanistan kontrollierbar sei. Warum sind diese Sitzungen eigentlich geheim, wenn die Informationen gar nicht stimmen? Wie sollen wir auf dieser Basis Entscheidungen treffen?“

Der Abgeordnete will die Ausschusssitzung nutzen, um über Fehler bei der Evakuierung und der „Unfähigkeit deutscher und amerikanischer Geheimdienste“ zu sprechen. Weiterhin stimmte Brunner der Wehrbeauftragten Eva Högl zu, dass man den Zapfenstreich verschieben müsse.

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