Karl-Heinz Brunner erklärt Rückzug als Kandidat für den Parteivorsitz

Karl-Heinz Brunner
erdgas schwaben

16. September 2019

Gestern Abend habe ich dem SPD-Parteivorstand mitgeteilt, dass ich meine Bewerbung für das Amt des Parteivorsitzenden zurückziehe. Zu meinen Gründen gebe ich folgende Erklärung ab:

Hiermit ziehe ich meine Bewerbung für das Amt des Parteivorsitzenden zurück. Mit diesem Schritt möchte ich eine deutlichere Zuspitzung im Kandidierendenfeld und damit eine klarere Wahlentscheidung ermöglichen. Ich habe kandidiert, um bei den Parteimitgliedern um Vertrauen zu werben und einen Beitrag zur Versöhnung der Parteiflügel zu leisten. Es ist traurig, wenn in einigen Kreisen „Juso“ ein Schimpfwort ist, so wie in anderen Kreisen „Seeheimer“. Unsere politischen Gegner sind andere Parteien, nicht die eigenen Leute. Die SPD ist eine große Partei mit einem breiten Spektrum an Meinungen. Erfolgreich ist sie nur dann, wenn wir gemeinsam streiten, nicht gegeneinander. In den letzten Tagen ist mir immer deutlicher bewusst geworden, dass für eine solche Einigung auch eine Parteispitze mit klarer und breiter Unterstützung erforderlich ist. Ein großes Kandidierendenfeld erschwert eindeutige Wahlergebnisse. Daher mache ich den Weg frei.

Meine Kandidatur hat mir großen Spaß gemacht. Wir Kandidierenden gehen fair und freundschaftlich miteinander um, das Interesse der Mitglieder ist überwältigend und unsere Vorschläge werden zwar kritisch, aber zumeist konstruktiv, begleitet. Auch die positive öffentliche Reaktion zeigt mir, dass die SPD voller Leben und voller Ideen steckt und dass wir mit dieser Wahl auf einem guten Weg sind. Dieser Weg ist jedoch lang, denn wir müssen entscheiden, wie wir als Volkspartei ein Angebot an alle Menschen dieses Landes unterbreiten wollen und wir müssen es schaffen, Solidarität nach außen, wie aber auch nach innen, zu leben. Dazu gehört, die neue Parteiführung loyal und pflichtbewusst zu stützen.

Thematisch liegen mir drei Dinge am Herzen: Äußere, innere und soziale Sicherheit. Diese Themen weiß ich bei den Teams Klara Geywitz/Olaf Scholz und Petra Köpping/Boris Pistorius in guten Händen. Ebenso schätze ich deren kommunale Einbindung und deren differenzierten Umgang mit der Großen Koalition.

Ich möchte allen danken, die mich in den letzten Wochen unterstützt haben und meine Nominierung erst möglich gemacht haben. Ebenso danke ich meinen Mitbewerberinnen für den guten und konstruktiven Umgang und all den Mitgliedern der SPD für ihr großes Interesse. Ohne den Einsatz der SPD-Mitarbeiterinnen wäre dieses basisdemokratische Wahlverfahren niemals möglich gewesen. Danke auch dafür! Ganz gleich, wer am Ende gewinnt – lasst uns hinter diesem Paar stehen und sie bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützen! Ich bin dazu bereit.

Erklärung Brunner (PDF

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