„Es muss ein guter da sein, muß, muß, muß!“

10. Mai 2013

Mit einer Lesung von Texten von den Nazis verbotener Schriftsteller erinnerte die SPD im Landkreis Neu-Ulm der Verbrennung deutscher Literatur vor 80 Jahren. Bundestagskandidat Karl-Heinz Brunner erinnerte in der Schlegelschen Buchhandlung in Weißenhorn daran, dass diese Vernichtung von Kultur nicht nur das Werk einzelner war: „Allein in München jubelten 50 000 Menschen, als Weltliteratur im Feuer vernichtet wurde. Aber ich hoffe, dass wir Deutschen daraus gelernt haben: Nie wieder Faschismus, nie wieder Nationalsozialismus!“

Nie wieder Faschismus, nie wieder Nationalsozialismus

Vor 80 Jahren, am 10. Mai 1933, kam es auf dem Berliner Opernplatz und in zahlreichen anderen deutschen Universitätsstädten zum Höhepunkt der Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten. Bei diesen groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen wurden zehntausende Werke verfemter Autoren ins Feuer geworfen, unter anderem Werke von Jaroslav Hašek, der Ingolstädterin Marieluise Fleißer und des Augsburgers Bertold Brecht.

„Kinder und Narren sagen die Wahrheit“ – ein Sprichwort, das mit Jaroslav Hašek´s „Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ zur Weltliteratur wurde. Weltliteratur aus Böhmen, dem Herz Europas, in dem mit der Karlsuniversität die erst deutsche Universität gegründet wurde. Schließlich war es Schwejk, der zwar amtsärztlich als „blöd“ ausgemustert wurde, jedoch gerade deswegen einfach und klar sagen konnte, dass für jeden Herrscher, ob Kaiser, König oder Zar die Zeit zum „abdampfen“ kommen werde.

Weltliteratur aus Böhmen, Ingolstadt und Augsburg

Der Zustand des Frauenlebens, Doppelmoral, Engstirnigkeit und Gewohnheit waren die Themen von Marieluise Fleißer. 1933 mit Schreibverbot belegt, ging sie nicht ins Exil, sondern blieb in ihrer Geburtsstadt Ingolstadt.

Mit dem Epilog aus dem „Guten Mensch von Sezuan“ des Augsburgers Bertold Brecht schloss Brunner. Geschrieben in den Jahren des Exils und 1943 mitten im Krieg in der letzten Insel freier deutschsprachiger Literatur in Zürich uraufgeführt, wollte Brecht mit diesem Werk versöhnen: „Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluß! / Es muß ein guter da sein, muß, muß, muß!“

Brunner liest Brunner liest weiter Brunner liest in der Schlegelschen Buchhandlung in Weißenhorn Ausgewählte von den Nazis verfemte Werke

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