Die Zukunft der Sozialdemokratie - 100 Jahre SPD in Blaichach

14. Oktober 2014

Brandt’sche Vision, Schmidt’scher Pragmatismus und Schröder‘scher Reformwille

Karl-Heinz Brunner beschwört Chancen der Regierungsbeteiligung in Berlin für die SPD

In Berlin Regierung, in Bayern Opposition – kann das für die SPD überhaupt funktionieren? Diese Frage beschäftigt Karl-Heinz Brunner seit er vor einem Jahr in den Bundestag eingezogen ist. Im Rahmen des Festaktes zu „100 Jahre SPD in Blaichach“ antwortete er mit einem klaren: „Ja!“

Wer in 10 Monaten den Mindestlohn und die Rente mit 63 umsetzt, wer wichtige Debatten zu TTIP, Rüstungsexporten und digitaler Gesellschaft mit der Öffentlichkeit zusammen führt und anstößt, der kann natürlich regieren, so Brunner. Im Vergleich zur Seehofer-geführten CSU betreibe man in Bayern aber keine Politik, mit der man dann in Berlin Opposition spielt.

Denn: Die Menschen wollen nicht nur gut regiert werden, sondern sie wollen ernst genommen werden in ihren Sorgen und Nöten, sie wollen sich aufgehoben fühlen. Sie wollen sich sicherlich auch „wohl-fühlen“, aber vor allem wollen die Menschen ehrliche Politik. Brunner rät seiner SPD dringend dazu nicht mit dem „Wohlfühlfaktor“ einer stillen Kanzlerin oder einem populistischen bayerischen Ministerpräsidenten konkurrieren zu wollen – denn die Menschen schätzten durchaus auch ehrliche Politik, auch wenn diese manchmal hart sein kann.

Stimmungen, Sorgen, Unzufriedenheit aufzunehmen, umsetzbare Lösungsansätze zu erarbeiten und sowohl auf Landes- als auch Bundesebene lösungs-orientiert zu arbeiten, dies sei der Weg „vorwärts“ für die SPD – nicht der Populismus. Keine un-einlösbaren Versprechen, sondern Angebot des soliden durchdachten Dialogs.

Dies, so Karl-Heinz Brunner, habe schon die Gründungsväter der Sozialdemokratie, auch vor 100 Jahren in Blaichach, ausgezeichnet: „Das Wissen, dass früher nicht alles besser war, dass man für Veränderung selbst etwas tun muss, dass es mit Solidarität einfach besser geht und dass man für Lösungen viel Überzeugungsarbeit und Durchhaltevermögen braucht.“

Falsch sei es zu behaupten, die SPD sei der Union zu ähnlich geworden. Die Sozialdemokratie sei immer eine Partei gewesen mit einer Vision für die Zukunft Deutschlands: „Das heißt, sich nun zusammen zu reißen und nicht zu fabulieren, was früher womöglich besser war, sondern zu erarbeiten, was künftig besser sein kann und wie unser Zusammenleben in einigen Jahren aussehen muss.“

Brandt’sche Vision, Schmidt’scher Pragmatismus und Schröder‘scher Reformwille – dieser Mix wird die Sozialdemokraten auf Dauer auch aus dem vielzitierten Umfragetief herausführen.

„10 Monate Regierung beweist doch eines: Die SPD ist gut für dieses Land, die SPD ist gut für die Menschen - und das sollten wir mit Stolz auch sagen, gemeinsam und im Gleichklang.“, schloss der SPD-Bundestagsabgeordnete seine Fest- und Grundsatzrede.

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